Das Licht in der Dunkelheit

eingestellt am: 09.04.2011

Von: Roland Clarke

Gottesfürchtige Menschen glauben an göttliches Licht. Die Bibel sagt: „Gott ist Licht, in ihm ist keine Finsternis.“ (1. Johannes 1,5) Gott schien in die Dunkelheit hinein, indem er sich selbst durch die Propheten offenbarte. Wie geschrieben steht: „Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg.“ (Psalm 119,105) Der Koran sagt: „Gott ist das Licht ... Wir haben die Tora [zu Mose] hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht enthalten sind.“ (Sure 24,35; 5,44)

Christen und Muslime glauben, dass Jesus Christus das „Wort Gottes“ (Arabisch: Kalimatullah) ist. Dass Jesus das Wort Gottes war, heißt, dass er Licht brachte. Wir lesen im Injil (Evangelium): „Das Wort wurde Mensch ... und dieses Leben schenkt allen Menschen Licht. Das Licht scheint in der Dunkelheit.“ (Johannes 1,14.4.5) Wir lesen ebenso in Sure 5,46, dass Jesus „das Evangelium“ empfing, „das Rechtleitung und Licht enthält und das bestätigt, was von der Tora vor ihm vorhanden war“.

Einige Tage nach seiner Geburt wurde Jesus in den Tempel gebracht, um beschnitten zu werden. Wir lesen wie Simeon, während er das Kind in seinen Armen hielt, eine erstaunliche Prophezeiung aussprach: „Er lobte Gott und sagte: ,Ich habe den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird.‘“ (Lukas 2,28-32)

Dieses messianische Licht wird beschrieben als ein „heller Morgenglanz aus der Höhe, [der] zu uns kommen [wird], um denen Licht zu bringen, die in der Finsternis und im Schatten des Todes leben“ (Lukas 1,78f., NGÜ). Dies ist die Erfüllung dessen, was der Prophet Maleachi voraussagte: „Für euch aber, die ihr meinen Namen achtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Strahlen werden Heilung bringen.“ (Maleachi 3,20)

Wir wissen alle, dass Jesus wunderbare Heilungen vollbrachte. Aber was hat das mit Licht zu tun? Jesus sagte, Gutes tun sei eine Art zu leuchten: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,16, LUT)

Im Injil lesen wir von Jesus: Er brachte „ein helles Licht ... [nach] Galiläa, [wo] so viele Menschen leben, die Gott nicht kennen. ... Er heilte die Menschen von ihren Krankheiten und Gebrechen. Die Neuigkeiten über ihn verbreiteten sich weit über die Grenzen Galiläas. Bald strömten die Kranken sogar aus Syrien herbei, um sich von ihm gesund machen zu lassen. Und ganz gleich, welche Krankheit und welche Beschwerden sie quälten - er heilte sie.“ (Matthäus 4,15f.23f.)

Es gibt ein interessantes arabisches Sprichwort, das Licht auf die verwunderliche Prophezeiung der aufgehenden „Sonne“ der Gerechtigkeit wirft, deren Strahlen „Heilung“ bringen. Dieses Sprichwort verbindet Sonne und Heilung, indem es rät: „Geh zu der Sonne wie du zum Arzt gehst.“ Es ist weithin bekannt, dass Ärzte ihren Patienten mit offenen Wunde raten, in die Sonne zu gehen, da Morgensonne Wunden schneller heilen lässt. Zudem bewirkt Sonnenlicht die Bildung des für unsere Gesundheit essentiellen Vitamin D. Dazu kommt, dass es ein Heilmittel für depressive Menschen ist.

Unter den vielen kranken Menschen, die von Jesus geheilt wurden, waren einige in einem kritischen Zustand, manche sogar todkrank. Jesus war ein Leuchtfeuer der Hoffnung für diese Menschen. Wenn er eingriff, wurden sie vor dem Tod gerettet. Wir könnten sagen, dass Jesus ihre Rettung war. (Lukas 7,2ff.; 8,43ff.)

Menschen vor dem Tod zu retten, nimmt eine neue Bedeutungsebene an, wenn wir erkennen, dass das Licht des Messias voller Macht auf die schien, die „in der Finsternis und im Schatten des Todes“ lebten. Nicht nur dies, Jesus erweckte auch Tote wieder zum Leben (wie es in Koran und Bibel gelehrt wird).

Es gibt noch eine weitere Prophezeiung über Licht, über die es sich lohnt nachzudenken. In Jesaja 49,6 lesen wir, dass Gottes Knecht, der Messias, ein „Licht für die Völker und Rettung für die ganze Welt“ sein wird.

Wir haben bereits gesehen, dass Jesus Christus Gottes Wort ist (Kalimatullah) und als solches „allen Menschen Licht“ schenkt. Nun werden wir Christi Lehre betrachten und erneut die enge Verbindung zwischen Licht und Leben sehen: „Ich bin das Licht der Welt“, sagte Jesus, „Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt.“ (Johannes 8,12)

Einige Jahre nachdem er in den Himmel hinaufgefahren war, erschien Jesus Johannes in einer Vision und sagte: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot und bin lebendig für immer und ewig! Ich habe die Schlüssel des Todes und des Totenreichs.“ (Offenbarung 1,18)

Johannes beschrieb, dass Christi Gesicht „strahlte wie die Sonne in ihrer ganzen Pracht“. Dieses überwältigende Strahlen Jesu erinnert uns an den messianischen Titel „Sonne der Gerechtigkeit“. Dieses strahlende Licht setzt voraus, dass er vollkommen rein und sündlos ist (vgl. Sure 19,19).

Darf ich Sie bitten, Folgendes einmal zu bedenken: „Wenn Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist, ergibt es dann nicht Sinn, dass er die Schlüssel des Todes und des Totenreichs hat?“ Immerhin betrat er dieses Totenreich und verließ es erfolgreich! Niemand sonst hat dies jemals getan!

Im vierten Kapitel des Johannesevangeliums sehen wir ein interessantes Beispiel, wie Jesus Menschen, die „Samaritaner“ genannt wurden, geistliche Erleuchtung brachte. Wie ihre jüdischen Halbbrüder glaubten sie an den einen Schöpfergott, der Mose das Gesetz offenbarte. Doch leider kamen die Samaritaner in einigen Fragen von dem richtigen Weg ab. Jesus sagte, dass sie Gott nicht richtig kannten, indem er erklärte: „Die Erlösung kommt durch die Juden.“ (Johannes 4,22)

Heute fühlen sich viele Menschen mit dieser Art von Bemerkung nicht wohl, es erscheint ihnen engstirnig und voreingenommen. Wer sind wir, um über die Kultur eines Anderen zu urteilen? Diese Menschen vergessen, dass es das jüdische Volk war, durch das Gott die Propheten, die Schrift und schließlich den Messias sandte, von dem Gott versprach, dass er Rettung bringen würde. Letztendlich akzeptierten die Samaritaner dann Jesu liebevolle Ermahnung. Nachdem sie ihn zwei Tage lang beobachtet und ihm zugehört hatten, erkannten sie: „Er ist wirklich der Retter der Welt.“ (Johannes 4,42)

In den letzten Jahren berichteten viele Muslime, dass sie Jesus in einer Vision mit einem hellen Licht gesehen haben. Vielleicht haben Sie (oder einer Ihrer Freunde) solch eine Vision gehabt.

Andererseits kämpfen Sie möglicherweise mit Gefühlen der Skepsis oder Feindschaft gegenüber Juden. Wie die samaritanische Frau können Sie nicht nachvollziehen, dass das angekündigte Heil durch die Juden kommt. In gewisser Hinsicht sollte es für Sie aber nicht mehr so schwierig sein, Al Masihu Isa (Jesus) als Retter anzunehmen, wenn Sie erkennen, dass Allah Jesu Namen absichtlich wählte. Zudem bedeutet dieser Name „Gott ist Rettung“, wie es von Muhammad I. A. Usman in seinem Buch „Islamic Names“ (S. 77) bestätigt wurde.

Wenn Sie zu der Erkenntnis gekommen sind, dass Jesus Gottes Licht und Rettung ist, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören, so dass ich Sie weiter ermutigen kann. Genauso können Sie sich gerne an mich wenden, wenn Sie Fragen haben, die Sie gerne stellen würden.

Die englische Originalfassung dieses Artikels mit dem Titel „Lighting up the Darkness“ finden sie hier.

 

Alle Bibelzitate (wenn nicht anders angegeben) sind der Neues-Leben-Übersetzung entnommen. Die ersten beiden Koranzitate entstammen Adel Khourys, die restlichen Muhammad Ahmad Rassouls Übersetzung.




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