Wegweiser zum Paradies

eingestellt am: 01.03.2011

Von: Roland Clarke

Wie die Bibel betrachtet der Koran die übernatürliche Geburt Jesu als ein Zeichen Gottes. Er lädt dazu ein, über die Zeichen Allahs nachzudenken, indem er sagt, diese seien für „Leute, die nachdenken, (...) die hören, (...) die begreifen“ (Sure 30,21-24). Es ist interessant, wie die Mutter Christi reagiert, als der Engel ihr die Botschaft von ihrem Wunder-Sohn überbringt: „Maria aber bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen und dachte oft darüber nach.“ (Lukas 2,19)

Für Christen und Muslime auf der ganzen Welt gilt Maria mehr als jede andere Frau als von Gott gesegnet. Schon immer war sie ein Symbol der Keuschheit, doch kann sie uns auch auf anderen Ebenen inspirieren, wie zum Beispiel in der Art und Weise, mit der sie über das übernatürliche Zeichen nachdachte. Ihr Streben nach Weisheit machte ihre Liebe für und Hingabe an Gott deutlich.

Der Koran sagt, dass die Geburt ihres besonderen Sohnes weltweite Bedeutung hatte. Er beschreibt diese übernatürliche Geburt als „Zeichen für die ganze Schöpfung“ (Sure 21,91). Tatsächlich war die globale Dimension des Auftrags dieses Messias von den Propheten angekündigt worden. Als der kleine Jesus zur Beschneidung in den Tempel gebracht wird, lesen wir von Simeon: Er „nahm das Kind auf seine Arme und lobte Gott und sagte: Herr, nun kann ich in Frieden sterben! Wie du es mir versprochen hast, habe ich den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird, und er ist die Herrlichkeit deines Volkes Israel!“ (Lukas 2,28-32) Diese prophetischen Worte bestätigen, was ein früherer Prophet angekündigt hatte, dass nämlich Gott durch den Messias „Rettung für die ganze Welt“ (Jesaja 49,6) bringen würde.

Diese Ähnlichkeiten in der biblischen und koranischen Darstellung von Jesu Geburt sind in der Tat bemerkenswert. Doch gibt es ein Detail, das wir bisher noch unbeachtet ließen. Lassen Sie uns einen Augenblick lang betrachten, wie Maria den Namen ihres besonderen Sohnes auswählte.

Bibel und Koran geben an, dass sein Name von einem Engel offenbart wurde (Matthäus 1,21; Sure 3,45). Haben Sie sich jemals gefragt, warum Gott den Namen „Jesus“ wählte? Es kann kein Zufall oder keine Nebensache gewesen sein. Gott, der alle Dinge kennt, muss einen Grund, eine Absicht gehabt haben. Er wählte einen Namen, der den Charakter und die Taten des Messias vollkommen widerspiegelte. Wie Muhammad A. Siddiqui in seinem Buch „Names for Muslim Children“ beobachtete: „Der Name ist die wahre Vorstellung der Persönlichkeit und die wahre Darstellung der Taten eines Mannes.“

Wenn wir herausfinden möchten, wie bedeutungsvoll Jesu Name ist, müssen wir lediglich fragen: „Inwiefern passten seine Taten mit der Bedeutung seines Namens zusammen?“ Lange bevor Jesus geboren wurde, kündigte ein Prophet an, was der Messias, der Knecht des Herrn, tun würde. Er wird „Rettung für die ganze Welt“ bringen (Jesaja 49,6). Deshalb ist es nicht überraschend, dass der Name „Jesus“ genau das bedeutet: Gottes Rettung! Diese Grundbedeutung wird von Muhammad I. A. Usman, einem anerkannten Mufti, in seinem Buch „Islamic Names“ bestätigt.

Der Prophet Jesaja erläutert im Detail, was diese Rettung bedeutet. In Jerusalem wird Gott „die Binde, die das Gesicht aller Völker verhüllte, abnehmen und die Decke, die über den Völkern ausgebreitet war, wegziehen. Den Tod wird er für immer beseitigen! Er wird die Schmach (...) wegnehmen. Dies hat der Herr versprochen! Dann wird das Volk sagen: Dies ist unser Gott! Auf ihn haben wir gewartet und er hat uns gerettet. Dies ist der Herr, auf den wir unsere Hoffnung gesetzt haben. Wir wollen uns freuen und jubeln, weil er uns rettet!“ (Jesaja 25,7-9) Viele Jahre später wird ein Engel die Geburt Jesu mit ähnlichen Worten ankündigen: „Ich bringe eine gute Botschaft für alle Menschen! Der Retter – ja, der Messias, der Herr – ist geboren!“ (Lukas 2,10)

Wenn der Auftrag des Messias darin bestand, Menschen zu retten – wie hat er diesen dann erfüllt? Sowohl Bibel als auch Koran beschreiben die Wunder Jesu, wie er Menschen heilte und ihr Leben rettete. Beachten Sie, dass er nicht nur kleine Wehwehchen heilte – er heilte Menschen, die unheilbar und todkrank waren (Matthäus 11,5; Sure 5,113). Jesus vollbrachte sogar noch spektakulärere Wunder. Er weckte Menschen von den Toten auf. Sie wurden ebenfalls von Gottes Messias gerettet. Doch damit hörte es nicht auf. Jesus rettete auch Menschen, deren Leben durch die Sünde zerstört und ruiniert war. Der Engel Gabriel erklärte, warum Gott den Namen Jesus wählte: „Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von allen Sünden befreien.“ (Matthäus 1,21)

Lukas 19 ist ein wunderbares Beispiel dafür. Ein berüchtigter Sünder namens Zachäus wurde durch seine Begegnung mit Jesus tiefgreifend verändert. Welch ein freudiger Tag das gewesen sein muss! Die letzten Worte dieser Geschichte zeigen, dass der Messias sich der Bedeutung seines Namens und Gottes Ziels für sein Leben sehr bewusst war. „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren, denn dieser Mann hat sich als Sohn Abrahams erwiesen. Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.“ (Lukas 19,9-10)

Zachäus war nicht der einzige Sünder, der Jesu Gewissheit gebende Worte hörte. Der Dieb, der neben Jesus gekreuzigt wurde, bekannte seine Schuld und bat: „Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Da antwortete Jesus: „Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,42-43). Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geschichten ist unverkennbar: Jesus sagte dem einen Mann „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren“, dem anderen Mann sagte er: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Beide müssen sich durch diese Worte tief getröstet gefühlt haben, ähnlich wie die Frau, zu der Jesus sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben (...). Dein Glaube hat dich gerettet; geh in Frieden.“ (Lukas 7,48-50) Beachten Sie auch hier, wie Jesus der Bedeutung seines Namens entsprechend lebte, das heißt, Menschen aus ihren Sünden rettete.

Mein Wunsch für jeden einzelnen meiner Leser ist es, dass Sie genau dieselbe Zuversicht erlangen, ins Paradies zu kommen, weil Sie die rettende und reinigende Kraft von Gottes Messias kennen. Ich möchte Sie ermutigen, sich auch mit einer weiteren Betrachtung unter dem Titel „Das Licht in der Dunkelheit“ zu beschäftigen. Sie erklärt die Verbindung zwischen zwei Dingen, die der Messias tun wird, nämlich „Licht und Rettung“ zu bringen.

Die englische Originalfassung dieses Artikels mit dem Titel "Signposts to Paradise" finden sie hier.

 

Alle Bibelzitate sind der Neues-Leben-Übersetzung entnommen, die Koranzitate der Übersetzung von Amir Muhammad Adib Zaidan (2000).




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